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Bildung

24.Juni 2010 - von Prof. Dr. Annette Schavan

Die Zukunft der Bildung

Die unionsgeführte Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren so viel Geld in den Bildungsbereich investiert wie nie zuvor. Die Entwicklung seit dem Jahr 2005 mit mehr frühkindlicher Bildung, mehr Lehrstellen, mehr Studienanfängerinnen und -anfängern und einer deutlich besseren Ausbildungsförderung zeigt, dass Deutschland mit den eingeleiteten Bildungsreformen auf einem guten Weg ist. Die CDU will die Bundesrepublik zur Bildungsrepublik ausbauen und eines der besten Bildungssysteme der Welt schaffen. Deshalb sollen auch die zwischen Bund und Ländern beim Bildungsgipfel von Dresden im Oktober 2008 vereinbarten Ziele und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Wir wollen bis zum Jahr 2015 gesamtstaatlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung investieren. Trotz Wirtschaftskrise und harter Sparanstrengungen nimmt der Bund dieses Vorhaben sehr ernst.

Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher

In der Krise investieren wir in die Zukunft. Der Bund steht zu seinem Wort und gibt in dieser Legislaturperiode zwölf Milliarden Euro zusätzlich für Bildung und Forschung aus. Davon sind sechs Milliarden Euro für den Bildungsbereich vorgesehen. So wird der Bund drei Milliarden Euro in den Kampf gegen Bildungsarmut und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit investieren. Das Geld soll in konkrete außerschulische Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler fließen, deren Bildungserfolg gefährdet ist. Zur Förderung benachteiligter Kinder im Grundschulalter will das Bundesministerium für Bildung und Forschung flächendeckend lokale Bildungsbündnisse unterstützen, in denen Verwaltung, Vereine und engagierte Bürger gemeinsam außerschulische Bildungsangebote wie Sommerschulen organisieren. Außerdem sollen Bildungslotsen Jugendliche auf dem Weg in das Berufsleben begleiten, denen der Einstieg in Ausbildung schwerfällt. Bildung ist das beste Mittel gegen Armut.

Verbesserungen an den Hochschulen

Die zweite Hälfte der Bildungsmittel fließt in die Verbesserung der Studienbedingungen und der Studienfinanzierung. Ein gerade mit den Ländern vereinbarter Qualitätspakt soll als dritte Säule des Hochschulpakts die Lehre an deutschen Hochschulen verbessern. Schwerpunkte der Förderung sind Initiativen zur Personalgewinnung und Personalqualifizierung sowie zur Weiterentwicklung der Lehrqualität an den Hochschulen. Damit geben wir weitere Impulse für eine Umsetzung der Bolognareformen. Zudem wird das BAföG erneut erhöht. Und es werden mehr Stipendien angeboten, die unabhängig von der sozialen Herkunft vergeben werden. Ein solches Engagement für bessere Studienbedingungen hat es in der deutschen Hochschulpolitik noch nicht gegeben. Der Einsatz für die Spitze und die Hilfe für diejenigen, die ungünstige Startvoraussetzungen haben, gehören für uns untrennbar zusammen. Unser Land ist auf jedes Talent angewiesen. Auch deshalb hat jedes Kind Anspruch auf die bestmögliche Förderung.

Bundesweite Abstimmung der Bildungspolitik

Bildung ist in Deutschland weitgehend Ländersache; so regelt es das Grundgesetz. Gleichzeitig wachsen die länderübergreifende Verantwortung und die Notwendigkeit, in zentralen Handlungsfeldern nationale Ziele und abgestimmte Maßnahmen von Bund und Ländern zu verabreden. Dies ist auch hinsichtlich der gesamtstaatlichen Vertretung auf Ebene der Europäischen Union notwendig. Wir brauchen bundesweite Leistungsmaßstäbe für Bildungseinrichtungen und -abschlüsse. Jede Familie muss sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder bestmöglich gefördert werden und der Umzug in ein anderes Bundesland nicht zu einem Problem wird. Die besten Beispiele für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Bund und Ländern sind der Bildungsgipfel in Dresden im Oktober 2008, der Schwerpunkt für Bildungsinvestitionen in den Konjunkturpaketen I und II sowie die Fortsetzung des Hochschulpakts, der Exzellenzinitiative und des Pakts für Forschung und Innovation.

Mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem

Die Union steht für ein differenziertes Schulsystem, das Durchlässigkeit ermöglicht. Dabei kommt es weniger auf die Dauer des gemeinsamen Lernens an, sondern vielmehr auf Leistungsorientierung und individuelle Förderung beim Übergang in die weiterführende Schule. Zu jedem Abschluss gehört ein Anschluss. Erreichte Kompetenzen und Abschlüsse müssen bei den Übergängen besser anerkannt und angerechnet werden. Wir wollen für die Bildungseinrichtungen und Bildungsabschlüsse bundesweite Leistungsmaßstäbe entwickeln und durchsetzen. Wir brauchen einen transparenten und ehrlichen Leistungsvergleich zwischen den Schulen in Deutschland.

Engagement für Integration

Die unionsgeführte Bundesregierung setzt sich wie keine Bundesregierung vorher für die Integration von Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlicher Herkunft und Religion ein. So sind der Nationale Integrationsplan und die Islamkonferenz Meilensteine für ein gutes Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Der Schlüssel für Chancengerechtigkeit in Bildung und Ausbildung ist die deutsche Sprache. Die CDU setzt daher einen Schwerpunkt bei der Sprachförderung und unter-stützt die gezielte Sprachförderung vor der Schule, verbindliche Sprachstandstests für alle Kinder im Alter ab vier Jahren und eine intensive Förderung bei erkannten Defiziten sowie begleitende Sprachprogramme neben dem Unterricht.

Entwicklung eines europäischen Bildungsraums

Die CDU bekennt sich zudem ausdrücklich zum europäischen Bildungsraum. Es gibt große Chancen, den europäischen Arbeitsmarkt in Bewegung zu bringen und Europa für den Wettbewerb in der globalen Wissensgesellschaft zu rüsten. Ziele sind die Qualitätssteigerung der beruflichen Bildung, die Stärkung der gemeinsamen Kompetenzen und letztlich die Schaffung einer europäischen Identität über Bildung. Deutschland ist damit im Bildungsbereich gut aufgestellt. Jetzt kommt es darauf an, den eingeschlagenen Kurs gemeinsam mit den Ländern und auf der europäischen Ebene konsequent weiterzuverfolgen.

Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Mitglied des Deutschen Bundestages für Ulm und den Alb-Donau-Kreis sowie stellvertretende Vorsitzende der CDU Deutschlands.

 

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